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Ökologie

Mit dem Ziel der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie forderte die  BH Urfahr-Umgebung Benedikt Nussbaumer auf, eine Fisch- und Organismenwanderhilfe am Wehr der Niedermühle  zu projektieren. Dies stellte zunächst eine wirtschaftlich unüberwindliche Hürde für den Weiterbetrieb des Kleinwasserkraftwerkes dar. Ein Rückbau des Wehres war aus verschiedenen wasserbaulichen Gründen, auch ohne Kraftwerksbetrieb unmöglich, die Organismenwanderhilfe wurde also auch bei Auflassen der Wasserkraftanlage gefordert.


Nach Verhandlungen wurde eine komplette Neuerrichtung der Wasserkraftanlage mit Organismenwanderhilfe, ohne Ausleitungstrecke, direkt am bestehenden Wehr geplant und genehmigt.
Die Fischwanderhilfe wurde in einer zweiten Bauphase, nach dem Kraftwerk, im Sommer 2013 errichtet.
Zwischen Baubescheid und dem Bau der Fischwanderhilfe im Sommer 2013 sind, nach Fristverlängerung vier Jahre vergangen. Inzwischen konnten aus einer Vielzahl errichteter Organismenwanderhilfen neue Erkenntnisse und Erfahrungen gewonnen werden.
Die Herausforderung lag darin, mit der relativ geringen Wassermenge in den, der lebensgemeischaftlichen Region angepassten Tümpeldimensionen, eine gute Durchwanderbarkeit zu gewährleisten. Hierzu mußte der zur Verfügung stehende Abfluss auf die im Bescheid exakt vorgegebene Geometrie der Beckenübergänge fokussiert werden. Abflussverluste waren absolut zu vermeiden.


Für die Ausführung der Beckenübergänge verwendeten wir am Ort massgenau gefertigte Betonteile. Durch die Vorausberechnung der Übergangsblenden wurde erreicht, daß bei bescheidgemäßer Dotation die vorgeschriebenen Wassertiefen und Höhendifferenzen in allen Becken eingehalten werden. Boden und Wandböschungen wurden als Trockenmauern, strukturreich aus rauhen Natursteinen in unterschiedlicher Größe errichtet.


Die Betonblenden verhindern, durch tiefes Einbinden in die Böschungen und in den Untergrund, Umspülungen und Verluste aus Spalten und Böschungsdurchbrüchen. Die Geometrie der Beckenübergänge konnte mit gleichförmigen Formkernen optimiert werden.

Die Kanten in den Übergängen wurden nach dem Versetzen abgefast.
Um die beiden Vorgaben „Wassertiefe am Übergang 0,35 m“ und „maximale Wassertiefe im Becken“ 0,6 m“ in Einklang zu bringen wurde das rauhe Solmaterial  an den Übergängen entsprechend angerampt.


Die FWH wird oberwasserseitig über eine unveränderbare Blende mit dem gleichen Schlitzprofil, das auch die Beckenübergänge aufweisen, dotiert. Diese Dotationsblende ist v-förmig 30 cm über die Wehrkronenhöhe hochgezogen, so, daß sich bei Hochwasser eine proportionale Erhöhung der Abflussmenge durch die FWH ergibt. Im Kraftwerksbetrieb wird der Wasserstand zur Leistungsoptimierung auf Höhe der Wehrkrone gehalten. Auf diese Weise ist die Dotation von mindestens 0,054 m*s-1 bei Niedrigwasser, Betriebsstillstand, Normalbetrieb und bei Hochwasser sichergestellt. Bei Hochwasser > 30cm über Wehrkrone kann die FWH durch einen handbetriebenen Notverschluss geschützt werden. Die Verschlusstafel wird als Verklausungsschutz bei Normalbetrieb wenige cm unter Oberwasserspiegel (Wehrkrone) gehalten.


Am 30.09.2014 wurde eine exakte Abflussmessung mit der Salzverdünnungsmethode der Fa.Messtechnik Sommer durchgeführt. Bei exakter Einhaltung des Stauziels wurde ein Abfluss im Tümpelpass von 56.8 l/s gemessen. Die Schwellengeometrien sowie die Sohlhöhen der eingebauten Schwellen können somit als korrekt befunden werden.

 

 

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Bildergalerie vom Bau der Fisch- und Organismenwanderhilfe

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